Castro überragt beim TTC-Rückrundenstart.
Die „Roger! Roger!“-Chöre wollten nicht verstummen. Warum auch? Rogelio Castro, den sie beim TTC Lampertheim nur noch „Roger“ nennen, hatte soeben den Punkt zum 6:2-Endstand gegen den Tabellensechsten TuS Celle gelandet – und wurde laut von den 85 Zuschauern in der Sedanhalle gefeiert. Ein schöneres Geburtstagsgeschenk hätte der Mexikaner sich und dem Spitzenreiter der 3. Tischtennis-Bundesliga Nord zum Rückrundenstart kaum machen können.
„Roger ist am Samstag 21 geworden“, erklärt TTC-Vorsitzender Uwe van gen Hassend, der auch eine Überraschung für Castro parat hatte: „Bei der Begrüßung vor dem Spiel haben wir ihn typisch mexikanisch beschenkt – mit Tequila, Salz, Zitrone und Schokolade.“ An der nüchternen sportlichen Analyse des TTC-Chefs gab es indes nichts zu rütteln. Mit zwei Siegen im Einzel und einem Erfolg im Spitzendoppel neben Marc Gutierrez trug Castro maßgeblich zum ersten Sieg im neuen Jahr bei. „Er war der überragende Mann“, meinte van gen Hassend.
Nicht nur die Zahlen sprachen für Lampertheims Nummer zwei. Auch mit seiner Spielweise gewann das Geburtstagskind das Publikum wieder einmal für sich. „Das Match zwischen Castro und Celles chilenischem Nationalspieler Eusebio Vos war von beiden Seiten ein Spiel auf absolutem Zweitliga-Niveau mit langen und spektakulären Ballwechseln“, sagte van gen Hassend. Vos lag mit 2:1 Sätzen und im vierten Satz mit 8:5 vorn, als Castro eine 11:0-Punkteserie hinlegte und den 3:1-Pausenstand perfekt machte.
Rogelio Castro stach beim Sieg des TTC Lampertheim heraus.
Im Spitzendoppel mit Marc Gutierrez hatte Castro zuvor schon den ersten TTC-Punktgewinn sichergestellt (3:0 gegen Deniz Aydin/Rajat Hubli). Nach der Vier-Satz-Niederlage von Timothy Falconnier/Milo de Boer gegen Vos/Nils Hohmeier hatte Lampertheims Spitzenmann Gutierrez mit einem 12:10 gegen TuS-Routinier Aydin für das 2:1 gesorgt. Nach der Pause stellten Falconnier (3:1 gegen Hubli) und de Boer (3:0 gegen Hohmeier) auf 5:1. Im Duell der Nummer-eins-Spieler musste sich Gutierrez in drei Sätzen Vos geschlagen geben. Am Nebentisch spielte jedoch Castro seine Tempovorteile gegen Aydin über vier Sätze aus – und holte den Punkt zum 6:2.
TTC Lampertheim muss vorerst ohne Castro auskommen Bei Schlusslicht TSV Schwarzenbek (31. Januar) und beim Siebten TTS Borsum (1. Februar) sowie im Heimmatch gegen den Vorletzten Union Salzgitter am 8. Februar wird der TTC (jetzt 19:1 Punkte) ohne Castro auskommen müssen, der nun zu den Panamerika-Meisterschaften reist. Mit dem 17-jährigen Wen-Che Lin Cheng hat der TTC just dafür ein Top-Talent aus Taiwan verpflichtet. „Er ist topfit, trainiert zweimal täglich“, ist van gen Hassend gespannt: „Er spielt zum ersten Mal in Europa. Unser Ziel ist, alle drei Spiele zu gewinnen, bevor wir wieder vier Wochen Pause haben.“
Bevor es am 8. März zum TTC Altena geht, dürften die ersten Spielerwechsel schon fix sein. „Wir gehen davon aus, dass wir nicht alle Spieler halten können“, vermutet van gen Hassend – und denkt vor allem an Castro: „Er fühlt sich pudelwohl hier. Aber es ist kein Geheimnis, dass er 2. Bundesliga spielen will.“
Quelle: Südhessen Morgen

